BPA-Verbot in Lebensmittelkontaktmaterialien

Alles zum EU-Verbot von Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien: Risiken, Pflichten für Hersteller und Händler
May 5, 2025
Grundlagen

Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien – Verbot & Pflichten für Händler

Bisphenol A (BPA) ist eine der bekanntesten Chemikalien, wenn es um Diskussionen über Gesundheitsrisiken und Verbraucherschutz geht. Der Stoff wird seit Jahrzehnten in Kunststoffen und Harzen eingesetzt – z. B. in Trinkflaschen, Lebensmittelverpackungen oder Beschichtungen. Doch wegen seiner endokrinen Wirkung und möglicher Gefahren für die menschliche Gesundheit ist die Verwendung in der EU inzwischen stark eingeschränkt.

Was ist Bisphenol A (BPA)?

Bisphenol A ist ein organischer chemischer Stoff, der vor allem in der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffenund Epoxidharzen verwendet wird. Typische Anwendungen:

  • Trinkflaschen und Geschirr aus Kunststoff
  • Lebensmittelbehälter
  • Innenbeschichtungen von Konservendosen
  • Thermopapier (z. B. Kassenbons)

Das Problem: BPA kann aus dem Material in Lebensmittel oder Getränke übergehen – und so in den menschlichen Körper gelangen.

Warum ist BPA problematisch?

BPA wirkt wie ein endokriner Disruptor (hormonähnlicher Stoff) und kann:

  • den Hormonhaushalt beeinflussen
  • die Fruchtbarkeit beeinträchtigen
  • das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Grenzwerte für BPA in den letzten Jahren deutlich gesenkt.

EU-Regulierung: BPA-Verbot in Lebensmittelkontaktmaterialien

Die Verwendung von Bisphenol A in FCM ist in der EU inzwischen stark eingeschränkt:

  • Verbot in Babyflaschen seit 2011
  • Grenzwerte für BPA-Migration in Lebensmittel seit 2018 verschärft
  • Laufende Überprüfung weiterer Einsatzbereiche – Ziel ist eine weitgehende Substitution

Für Hersteller, Händler und Importeure gilt: Produkte mit BPA in relevanten Konzentrationen dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Wer ist betroffen?

Die Regelungen betreffen alle, die Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM) herstellen, importieren oder vertreiben – darunter:

  • Hersteller von Verpackungen, Flaschen, Geschirr
  • Händler von Haushaltswaren und Küchenprodukten
  • Marken im E-Commerce, die entsprechende Produkte anbieten
Typische Herausforderungen
  • Lieferantendaten: Händler sind oft auf unklare Angaben der Hersteller angewiesen
  • Migrationsgrenzwerte: Die Einhaltung ist ohne Tests schwer nachvollziehbar
  • Sortimentsbreite: Besonders im E-Commerce kann ein Produktmix viele Artikel mit potenziellen Risiken enthalten
  • Schnelle Anpassungen: Änderungen bei EU-Grenzwerten müssen sofort berücksichtigt werden
Tipps für die Praxis
  1. Lieferanten absichern: Verlange Konformitätserklärungen (DoC) für alle FCM-Produkte.
  2. Produktdaten zentralisieren: Dokumentiere Materialinformationen an einem Ort, statt verstreut in Excel.
  3. Grenzwertänderungen verfolgen: Die EFSA passt Bewertungen regelmäßig an – bleibe up to date.
  4. Automatisierung nutzen: Mit noknots organisierst du deine Produktdaten zentral – inklusive Stoffinformationen, Konformitätserklärungen und Frühwarnsystemen für Änderungen.
Fazit: BPA-Verbot als Chance für mehr Transparenz

Das Verbot von Bisphenol A zeigt, wie ernst die EU es mit Verbraucherschutz und Produktsicherheit meint. Für Unternehmen im E-Commerce heißt das: Nur mit vollständigen, validen Daten bleiben Produkte rechtssicher im Verkauf.

Christian Pittner, Gründer und Geschäftsführer von noknots, auf dem Bannerbild zur persönlichen Buchung – Experte für E-Commerce, Produktdatenmanagement und KI-basierte Compliance-Lösungen.
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